Personen-zertifizierter Sachverständiger für Bau- und Versicherungsschäden
 

Sturmschäden

Um Streitigkeiten vorzubeugen, auf der Grundlage der ständig ansteigenden Häufigkeit von Schäden an versicherten Gebäude, hier vorrangig durch Sturm und Unwettereinwirkung beauftragen mehr und mehr Versicherungsunternehmen (freie) Sachverständige.

Die Aufgabenstellung ist im Wesentlichen die Prüfung, ob der vom Versicherungsnehmer gemeldete Elementarschaden "ausschließlich, oder eingeschränkt, ggf. nicht " auf den Unwettereinfluss zurückzuführen ist. Es ist durch den SV fest zu stellen ob die, dem Versicherer vorgelegten Rechnungen und Angebote von Handwerksunternehmen im Umfang und in der angegebenen Höhe "zur Schadenbeseitigung" berechtigt sind.

Dabei sichert die Zusammenarbeit mit ca. 90 Sachverständigen im Bundesgebiet dem Versicherungsnehmer eine neutrale und zeitnahe Beurteilung des Schadens.

Elementarschaden - Nach dem Sturm lag das Dach im benachbarten Garten

Bilder Sturmschaden


Rechte und Pflichten

Der Versicherte hat aus meiner Sicht und nach ca. 2.500 bearbeiteten (Sturm)Schäden das Recht, auf eine (möglichst) zügige Bearbeitung, eine neutrale Beurteilung, dass er sich gegenüber dem Sachverständigen zur Sache, zum Schadenshergang äußern kann.

Voraussetzung dafür ist, dass man mit dem Versicherten spricht, den Schaden, nach Terminabsprache auch (soweit erforderlich) vor Ort begutachtet. Abschließend werden die Feststellungen gemeinsam besprochen.

Der Versicherer hat das Recht, dass ihm alle zur Bearbeitung notwendigen Angaben (zeitnah) zur Verfügung stehen, der Schadensort frei zugänglich ist, dem Sachverständigen die Gelegenheit eingeräumt wird, den Schaden vor Ort zu begutachten. In das Ergebnis, die vor Ort getroffenen Feststellungen einfließen und ggf. Vorschäden, Instandhaltungsrückstände, ggf. nicht direkt zur Schadensbeseitigung, ggf. darüber hinausgehende Arbeiten Berücksichtigung finden.

Mit der Begutachtung sollten sachkundige, neutrale und unabhängige Sachverständige, aus dem jeweiligen Fachbereich - hier Dächer - beauftragt werden.

Der Sachverständige hat nicht versicherungsrechtliche, vertragsrechtliche, aus dem Vertrag stammende Pflichten und Rechte zu prüfen. Seine Aufgabe ist es, neutral und unabhängig Sachverhalte, die im wesentlichen folgenden Fragen zu beantworten, die vorgefundenen Schäden zu dokumentieren:

Ist der angegebene Schaden in seiner Höhe, seinem Umfang, die ggf. im Angebot und der Rechnung angegebenen Preise und Materialien zur Schadens- beseitigung notwendig?

Sind Umstände zu berücksichtigen, wie z.B. ein Instandhaltungsrückstau, die schadensfördernd, ggf. auch schadensbedingt sind?

Vor, nach und beim Ortstermin

Der Sachverständige sollte mit Ihnen (im Rahmen der "normalen" Dienstzeiten und bei ausreichendem Licht) einen Ortstermin vereinbaren.

Dabei haben Sie die Gelegenheit, sich zu dem Schaden zu äußern. Durch Ihre Beschreibung des Schadenshergangs, ggf. Randinformationen kann eine optimale Einschätzung erfolgen.

Ermöglichen Sie dem Sachverständigen den Zugang zum Schadensort, übermitteln Sie ihm vorab alle Informationen. Sollten Sie keine fachliche Auskunft geben können, laden Sie den Handwerker Ihres Vertrauens zum Ortstermin ein, dann können sich die beiden Sachkundigen über den Schadenshergang und das Schadensausmaß, ggf. über die Schadensbeseitigung austauschen, so dass Ihnen keine rechtlichen Nachteile entstehen.

Vielfach entsteht daraus, je nach Schadenshöhe ein Beurteilungsbogen, bei dem die vorgenannten Angaben, die vor Ort gewonnenen Erkenntnisse, ggf. auch die Angaben des Versicherungsnehmers einfließen. In seltenen Fällen auch gutachterliche Stellungnahmen, oder ausführliche Gutachten.

Bei Unstimmigkeiten über den Schaden hinaus, ggf. vertraglichen Dingen, sollte der Versicherer einen bei ihm angestellten Schadensregulierer beistellen.

Dabei sehe ich die Aufgabe des in der Regel von der Versicherung beauftragten Sachverständigen nicht darin, berechtigte Schäden abzuwehren, sondern vielmehr die Spreu vom Weizen zu trennen.

Elementarschaden?? Starke Vermoosung - Instandhaltungsmangel!!!



Feststellungen des SV sollten am Objekt erfolgen.

Nicht gerechtfertigte Ansprüche an die Versicherungsgemeinschaft ..sind, soweit möglich, abzuwehren, denn letztendlich werden diese über die Versicherungsprämien gezahlt. Ein in früheren Jahren praktiziertes, ungefiltertes freigeben ungeprüfter, ggf. nicht berechtigter Ansprüche führte zu einer deutlichen Erhöhung der Prämien. Dies stellte eine Bevorteilung der (wenigen) Versicherungsnehmer dar, die Instandhaltungsarbeiten unter dem Deckmantel des unberechtigten Schadens beseitigen ließen. Bestraft wurden so die Versicherungsnehmer, die eine regelmäßige Instandhaltung, ggf. eine Wartung ihrer Dächer betreiben, wodurch nachweislich die Schäden geringer oder gar nicht auftreten.

Nach den vielen Schäden Schäden, die ich mir in den letzten sieben Jahren, beauftragt von ca. 30 Versicherungsunternehmen, als Sachverständiger angesehen habe, komme ich zu der Erkenntnis, dass eine Vielzahl von Schäden auf Instandhaltungsrückstände zurückzuführen sind.

Dabei wurde berücksichtigt, dass so mancher Schaden nicht in dem vorgefundenen Maß entstanden wäre, wenn ein Unwettereinfluss nicht eingewirkt hätte. Partiell ist dabei zu beobachten, dass es nach größeren Unwetterereignissen, in einigen Fällen zu deutlichen Preiserhöhungen im Handwerk kommt. Die z.T. überhöhten Preise für die Schadenbeseitigung werden dann, wenn diese nicht "ortsüblich und angemessen" sind, auf ein "normales" Niveau reduziert.

Beispiele:

Nachfolgend einige Beispiele von Instandhaltungssystemfehlern, aber auch unwetterbedingten Schäden:

Sturmschaden durch Verarbeitungsmangel:

Nicht ausreichende Befestigung/Haftung, vorgeschädigte
Unterkonstruktion - nicht lagesicher!!

Die S-Klasse zum Golf-Tarif:

Vorher = 50% kleinere Überdachung aus Holz - Teilkostenübernahme!



Meine Empfehlung an SIE als Versicherungsnehmer und Versicherungsgeber:

Neutrale Beurteilungen durch einen fachkompetenten und neutralen Sachverständigen dienen beiden Vertragsparteien, Versicherungsgeber und -nehmer, u.a. ermöglichen diese eine schnellere Abwicklung, eine schnellere Regulierung des Schadens.

Pflichten des Versicherten - Wartung und Instandhaltung!!

Ich empfehle Ihnen, Ihr Dach regelmäßig durch einen Fachmann warten, ggf. inspizieren zu lassen. So haben Sie die Sicherheit, dass keine unplanmäßigen Schäden und ggf. überhöhte Kosten auf Sie zukommen. So können Sie den Nachweis führen, dass Ihr Dach vor dem Unwetterereignis sich in einem einwandfreien Zustand befand und diese daraus entstehenden Rechnungen und Nachweise sollten Sie dem Versicherungsgeber mit der Schadensmeldung einreichen.

Als für Gerichte, für Versicherungen tätiger SV sind mir Fälle bekannt, in denen die Schadensregulierung im Falle eines Schadens abgelehnt wurde. Berechtigt, wie ein Urteil des OLG Frankfurt zeigte. Grundlage dafür war der Streit zwischen einem Versicherer und einer Kirchengemeinde. Letztere wollte die Versicherung nach einem Sturmereignis in Anspruch nehmen. Der Versicherer verweigerte die Regulierung des Schadens, argumentierte mit dem schlechten Zustand des Daches vor dem Sturmereignis, einer nicht nachgewiesenen Wartung und Inspektion des Daches. Zu Recht, wie die Richter bestätigten.

Als Versicherungsgeber sollten Sie nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch die kundenorientierte Komponente, die Konfliktfähigkeit des Sachverständigen, der für Sie tätig wird, genau prüfen.

In vielen Schadenfällen habe ich diese Eignung, in meiner Tätigkeit für namhafte Versicherer, auch in "brenzligen" Situationen unter Beweis gestellt.

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Jürgen Lech - personen-zertifizierter Sachverständiger Fachgebiet Bau- und Versicherungsschäden